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Therapeutische Ansätze

Was ist TFP? Übertragungsfokussierte Psychotherapie

Den passenden Therapieansatz kennenlernen

Die übertragungsfokussierte Psychotherapie, kurz TFP, ist eine strukturierte psychodynamische Therapie, die von Otto Kernberg und Kolleg:innen in den USA entwickelt wurde. Sie wurde ursprünglich für Menschen konzipiert, die mit stark wechselnden Gefühlen, einem instabilen Selbstbild und stürmischen Beziehungen ringen.

Die Grundidee der TFP: Wir tragen innere Bilder von uns selbst und anderen in uns, die manchmal gespalten und widersprüchlich sind. In einem Moment ist jemand ganz gut, im nächsten ganz schlecht. Diese Bilder zeigen sich auch in der Beziehung zur Therapeut:in, und indem man sie dort erkundet, kann ein stimmigeres, realistischeres Bild von sich und anderen entstehen.

Für wen kann es passen?

  • Menschen, deren Bild von sich oder anderen ständig zwischen sehr gut und sehr schlecht schwankt
  • Menschen mit angespannten, heftigen oder instabilen Beziehungen
  • Menschen, die mit starker Wut, innerer Leere oder Verlassenheitsangst kämpfen
  • Menschen mit lang bestehenden Persönlichkeitsschwierigkeiten, die tiefe, strukturierte Arbeit suchen
  • Menschen, die bereit sind, sich an klare Behandlungsvereinbarungen zu halten

Etwas anderes passt eventuell besser, wenn…

  • In einer akuten Krise oder bei Gefahr der Selbstverletzung wenden Sie sich bitte zuerst an den örtlichen Notdienst; TFP beginnt meist mit klaren Sicherheitsvereinbarungen
  • Wenn Ihr Anliegen begrenzt und konkret ist, etwa Flugangst, können kürzere, fokussiertere Ansätze ausreichen

Wie funktioniert es?

TFP beginnt mit einem "Behandlungsvertrag": Sie und die Therapeut:in vereinbaren Sitzungshäufigkeit, die jeweiligen Rollen und was in Krisenmomenten zu tun ist. Dieser klare Rahmen schafft die Sicherheit, die tiefere Arbeit möglich macht.

In den Sitzungen achtet die Therapeut:in auf die "Übertragung", also darauf, wie Sie sie im Moment wahrnehmen und erleben. Vielleicht erscheint sie Ihnen an einem Tag kalt und desinteressiert und am nächsten als einzige Person, die Sie versteht. Durch Klärung, behutsame Konfrontation und Deutung hilft sie, diese gegensätzlichen Bilder nebeneinander zu sehen.

Ziel ist, diese Teile zu integrieren, sodass man annehmen kann, dass man selbst und andere eine Mischung aus guten und schlechten Eigenschaften sind. Diese Veränderung kann mehr Stabilität in Gefühlen, Identität und Beziehungen fördern.

Was Sie in Online-Sitzungen erwartet

In der Standardform umfasst TFP oft zwei Sitzungen von 45 bis 50 Minuten pro Woche, manche Therapeut:innen passen sie aber an eine Sitzung pro Woche an. Die Sitzungen finden online zu festen Zeiten statt, und die Therapeut:in ist recht aktiv.

TFP ist meist langfristig und dauert oft mindestens ein Jahr. Zeitweise können Sie starke Gefühle gegenüber Ihrer Therapeut:in erleben; in diesem Ansatz gehört das zum Prozess und wird offen besprochen.

Beispiele

Die Beispiele sind fiktiv und dienen der Veranschaulichung.

Die Freundin, die plötzlich zur Feindin wurde

Mahsa sah ihre Freundinnen zuerst als makellos und brach nach einem kleinen Fehler den Kontakt völlig ab. In den Sitzungen zeigte sich dasselbe Muster gegenüber ihrer Therapeut:in. Diese half ihr, beide Bilder zusammenzuhalten. Nach und nach konnte Mahsa Kränkungen aushalten, ohne die Beziehung ganz zu beenden.

Einsamkeit und Wut in der Migration

Farhad lebte in England, und die Entfernung zu seiner Familie hatte seine innere Leere und Wut verstärkt. Er begann eine Online-Therapie auf Persisch mit klaren Vereinbarungen zu Sitzungen und Krisenmomenten. Mit der Zeit erkannte er, dass seine Wut oft aus der Angst kam, verlassen zu werden.

Ein instabiles Selbstbild

Niloufar sah sich manchmal als sehr fähig und manchmal als völlig wertlos. In der TFP wurden diese Schwankungen in der Beziehung zur Therapeut:in erkundet. Heute, sagt sie, hat sie ein ruhigeres, realistischeres Bild von sich.

Therapeut:innen mit Erfahrung in Übertragungsfokussierte Psychotherapie (TFP)

Diese Therapeut:innen führen dies in ihrem Profil. Alle Sitzungen finden online und auf Persisch statt.

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Häufige Fragen

Was bedeutet "Übertragung"?

Übertragung meint Gefühle und Erwartungen aus wichtigen früheren Beziehungen, die in neuen Beziehungen wieder lebendig werden, auch gegenüber der Therapeut:in. In der TFP ist diese Erfahrung das wichtigste Werkzeug für Verstehen und Veränderung.

Was ist der Behandlungsvertrag in der TFP?

Eine klare Vereinbarung über den Rahmen der Therapie, etwa regelmäßige Teilnahme und das Vorgehen in einer Krise. Sie soll Sie nicht einschränken, sondern einen sicheren, vorhersehbaren Raum schaffen.

Kann TFP online stattfinden?

Ja, viele Therapeut:innen bieten sie online an. Feste Zeiten, ein privater Raum und eine klare Sicherheitsvereinbarung sind besonders wichtig.

Was, wenn ich zwischen den Sitzungen in einer Krise bin?

Teil des Behandlungsvertrags ist, vorher zu wissen, was in solchen Momenten zu tun ist. Bei unmittelbarer Gefahr oder Gedanken an Selbstverletzung wenden Sie sich an den örtlichen Notdienst.

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Einschätzung. Wenn Sie in akuter Gefahr sind oder daran denken, sich etwas anzutun, wenden Sie sich an den örtlichen Notruf. Sofortige Hilfe