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Therapeutische Ansätze

Was ist ISTDP? Intensive dynamische Kurzzeitpsychotherapie

Den passenden Therapieansatz kennenlernen

Die intensive dynamische Kurzzeitpsychotherapie, kurz ISTDP, wurde von Dr. Habib Davanloo in Kanada entwickelt. Ihre Grundidee ist einfach: Viele Ängste, gedrückte Stimmungen und sich wiederholende Beziehungsmuster entstehen aus Gefühlen, die wir gelernt haben zu übersehen, etwa Wut, Trauer oder Schuld gegenüber wichtigen Menschen in unserem Leben.

In der ISTDP hilft Ihnen die Therapeut:in, direkt in der Sitzung wahrzunehmen, was Sie fühlen, wie Ihr Körper reagiert und auf welche Weise Sie sich von diesem Gefühl entfernen. Ziel ist es, diese Gefühle ohne Angst zu erleben, damit der Druck, der sich als Symptome zeigt, nachlassen kann.

Für wen kann es passen?

  • Menschen mit Ängsten oder unerklärlichen körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Herzklopfen oder Verspannungen
  • Menschen, die in Beziehungen immer wieder dasselbe Muster erleben
  • Menschen, die seit Jahren Wut oder Trauer in sich tragen und nicht wissen, wohin damit
  • Menschen, die andere Therapien ausprobiert haben und das Gefühl haben, nicht zum Kern gekommen zu sein
  • Menschen, die bereit sind, sich in der Sitzung aktiv und ehrlich mit ihren Gefühlen auseinanderzusetzen

Etwas anderes passt eventuell besser, wenn…

  • In einer akuten Krise, bei ernsthaften Gedanken an Selbstverletzung oder unmittelbarer Gefahr wenden Sie sich bitte zuerst an den örtlichen Notdienst
  • Wer gerade sehr belastet und instabil ist, braucht eventuell zunächst einen sanfteren, stützenden Ansatz; ISTDP-Therapeut:innen passen die Intensität in der Regel an die Belastbarkeit an

Wie funktioniert es?

Die ISTDP achtet genau auf den gegenwärtigen Moment. Wenn Sie von einer konkreten Situation erzählen, etwa einem Streit mit dem Partner oder dem Verhalten Ihres Vaters, fragt die Therapeut:in, was Sie gerade im Körper spüren. Diese Aufmerksamkeit für Details hilft, das eigentliche Gefühl unter Erklärungen und Rechtfertigungen hervorzuholen.

Ein weiterer zentraler Teil ist das Erkennen von Abwehr: Dinge, die wir automatisch tun, um Schmerzhaftes nicht zu fühlen, zum Beispiel lächeln, wenn wir traurig sind, das Thema wechseln oder uns selbst beschuldigen. Die Therapeut:in macht diese Muster respektvoll sichtbar, damit Sie selbst entscheiden können, ob Sie sie weiter nutzen möchten.

Außerdem beobachtet die Therapeut:in Ihr Angstniveau und seine körperlichen Zeichen. Steigt die Angst zu stark, wird das Tempo verlangsamt und zunächst Beruhigung und Verstehen in den Vordergrund gestellt. Die Arbeit ist also intensiv, aber nicht rücksichtslos.

Was Sie in Online-Sitzungen erwartet

Online-Sitzungen in ISTDP dauern meist 50 bis 60 Minuten und finden oft einmal pro Woche statt. Manche Therapeut:innen bieten eine längere erste Sitzung an, um ein klareres Bild zu bekommen. Da Gesicht und Körper aufmerksam wahrgenommen werden, helfen ein klares Videobild und ein ruhiger, privater Ort.

Die Dauer ist individuell; manchen reichen einige Monate, bei lang bestehenden Schwierigkeiten kann es länger dauern. Es kann vorkommen, dass Sie in der Sitzung starke Gefühle erleben und danach etwas erschöpft sind, was oft ein normaler Teil des Prozesses ist.

Beispiele

Die Beispiele sind fiktiv und dienen der Veranschaulichung.

Kopfschmerzen ohne Ursache

Maryam hatte jahrelang wiederkehrende Kopfschmerzen, ohne dass Ärzt:innen eine körperliche Ursache fanden. In den Sitzungen bemerkte die Therapeut:in, dass sich Maryams Schultern anspannten, sobald sie von ihrer Mutter sprach, und sie dann das Thema wechselte. Nach und nach konnte Maryam Wut und Trauer spüren, die sie lange übergangen hatte. Heute merkt sie früher, was sie belastet.

Migration und unausgesprochene Gefühle

Arash zog vor fünf Jahren nach Deutschland, und von außen schien alles in Ordnung. Doch er litt unter Schlaflosigkeit und Angst, ohne zu wissen warum. In der Online-Therapie auf Persisch stieß er langsam auf Schuldgefühle, weil er seine Eltern zurückgelassen hatte. Dieses Gefühl in der Sitzung zu erleben, half ihm, offener mit seiner Familie zu sprechen.

Beziehungen, die gleich enden

Sara fiel auf, dass jede ihrer Beziehungen mit denselben Streitigkeiten endete. Die Therapeut:in half ihr zu sehen, dass sie still und kühl wird, statt zu sagen, dass sie verletzt ist. Durch Üben in den Sitzungen lernte Sara, ihre Gefühle früher und klarer auszudrücken.

Therapeut:innen mit Erfahrung in Intensive dynamische Kurzzeitpsychotherapie (ISTDP)

Diese Therapeut:innen führen dies in ihrem Profil. Alle Sitzungen finden online und auf Persisch statt.

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Häufige Fragen

Ist ISTDP wirklich eine Kurzzeittherapie?

"Kurzzeit" bezieht sich auf den Vergleich mit der klassischen Psychoanalyse. Manchen reichen einige Monate, bei anderen dauert die Therapie länger. Meist bespricht die Therapeut:in nach einigen Sitzungen den voraussichtlichen Verlauf mit Ihnen.

Kann ISTDP online stattfinden?

Ja, viele ISTDP-Therapeut:innen arbeiten per Video. Wichtig sind ein klares Bild, guter Ton und ein privater, ungestörter Raum.

Was, wenn meine Gefühle in der Sitzung sehr stark werden?

ISTDP-Therapeut:innen sind darin geschult, die Angst zu beobachten und bei Bedarf langsamer zu werden, und Sie können jederzeit um eine Pause bitten. Wenn Sie außerhalb der Sitzungen in unmittelbarer Gefahr sind oder an Selbstverletzung denken, wenden Sie sich an den örtlichen Notdienst.

Worin unterscheidet sich ISTDP von der üblichen psychodynamischen Therapie?

Beide arbeiten mit Gefühlen und unbewussten Mustern. ISTDP ist aktiver und konzentriert sich stark auf den Moment, den Körper und die Abwehr, während psychodynamische Therapie meist ruhiger und gesprächsorientierter verläuft.

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Einschätzung. Wenn Sie in akuter Gefahr sind oder daran denken, sich etwas anzutun, wenden Sie sich an den örtlichen Notruf. Sofortige Hilfe