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Themen und Beschwerden

Hilfe bei Trauma und PTBS auf Persisch

Ausführlicher Leitfaden zu diesem Therapieansatz

Trauma ist die Reaktion von Körper und Psyche auf ein Erlebnis, das sehr beängstigend, schmerzhaft oder überwältigend war, etwa Gewalt, ein Unfall, Krieg, Haft, Missbrauch oder erzwungene Migration. Manchmal entsteht Trauma auch aus wiederholten schweren Erfahrungen in der Kindheit.

Nach einem Trauma kehren Erinnerungen vielleicht ungebeten zurück, Sie haben Albträume, sind ständig auf der Hut oder meiden alles, was an das Erlebte erinnert. Halten diese Beschwerden an, spricht man manchmal von einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Diese Reaktionen sind kein Zeichen von Schwäche, und mit der richtigen Hilfe kann die Psyche solche Erfahrungen ruhiger einordnen.

Für wen kann es passen?

  • Erinnerungen oder Bilder eines schweren Ereignisses kehren ungewollt zurück
  • Sie haben Albträume oder einen unruhigen Schlaf
  • Sie fühlen sich ständig in Gefahr und sind schreckhaft
  • Sie meiden Orte, Menschen oder Gespräche, die an das Ereignis erinnern
  • Sie fühlen sich taub, von anderen abgeschnitten oder schuldig
  • Erfahrungen vor oder während der Migration lasten noch auf Ihnen

Etwas anderes passt eventuell besser, wenn…

  • Wenn Sie aktuell nicht sicher sind oder Gewalt erleben, wenden Sie sich zuerst an Polizei, Notruf oder eine örtliche Beratungsstelle
  • Bei Suizidgedanken oder Selbstverletzung kontaktieren Sie sofort den örtlichen Notruf oder eine Krisenhotline

Wie funktioniert es?

Traumatherapie beginnt meist damit, ein Gefühl von Sicherheit aufzubauen und Fertigkeiten zu lernen, Körper und Geist zu beruhigen. Sie müssen nicht am ersten Tag alles erzählen, und Sie bestimmen das Tempo.

Ansätze wie traumafokussierte KVT (TF-KVT), Cognitive Processing Therapy (CPT), prolongierte Exposition und EMDR helfen, eine schmerzhafte Erinnerung so zu verarbeiten, dass sie das Leben nicht mehr mit derselben Wucht bestimmt.

Bei komplexen, lang andauernden Traumata verläuft die Therapie oft in Phasen: zuerst Stabilisierung, dann Arbeit mit Erinnerungen und schließlich Neuorientierung im Leben. Bei Bedarf kann eine Psychiater:in prüfen, ob Medikamente bei Schlafproblemen oder starken Symptomen helfen könnten.

Was Sie in Online-Sitzungen erwartet

In Online-Sitzungen auf Persisch können Sie in Ihrer Muttersprache über Erfahrungen sprechen, die sich in einer anderen Sprache schwer ausdrücken lassen. Ihre Therapeut:in achtet auf Ihre körperlichen und emotionalen Signale und verlangsamt bei Bedarf.

Die Dauer hängt von der Art des Traumas ab; manche Ansätze dauern oft einige Monate, komplexe Traumata können mehr Zeit brauchen. Es ist normal, dass es Ihnen unterwegs mal besser und mal schlechter geht.

Beispiele

Die Beispiele sind fiktiv und dienen der Veranschaulichung.

Farhad und laute Geräusche

Farhad verließ Afghanistan und erreichte Deutschland nach einer langen, gefährlichen Reise. Jedes laute Geräusch ließ seinen Körper verkrampfen, nachts hatte er Albträume. In der Therapie lernte er zuerst, seinen Körper zu beruhigen. Danach arbeitete er langsam und sicher mit seiner Therapeut:in an den Erinnerungen.

Mina nach dem Unfall

Ein Jahr nach einem Autounfall konnte Mina sich noch immer nicht ans Steuer setzen. Die Erinnerung an diesen Moment lief immer wieder vor ihren Augen ab. Mit ihrer Therapeut:in arbeitete sie an Schuld und Angst. Schritt für Schritt begann sie wieder zu fahren.

Jila und die Vergangenheit

Jila wurde als Kind missbraucht und glaubte immer, es sei ihre Schuld gewesen. Als Erwachsene fiel es ihr sehr schwer, jemandem zu vertrauen. Ihre Therapeut:in half ihr, diese Erfahrung aus einem neuen Blickwinkel zu sehen. Mit der Zeit wich die Scham einer freundlicheren Haltung zu sich selbst.

Therapeut:innen mit Erfahrung in Trauma und PTBS

Diese Therapeut:innen führen dies in ihrem Profil. Alle Sitzungen finden online und auf Persisch statt.

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Häufige Fragen

Muss ich alle Details des Traumas erzählen?

Nein. Sie entscheiden, was Sie wann teilen. Traumatherapie beginnt meist mit Sicherheit und Beruhigungsfertigkeiten.

Was ist EMDR?

EMDR ist eine Traumatherapie, bei der beim Erinnern Augenbewegungen oder beidseitige Stimulation eingesetzt werden. Ziel ist, die Erinnerung zu verarbeiten, damit ihre emotionale Wucht nachlässt, und manche Therapeut:innen bieten sie auch online an.

Sind Traumata durch Migration und Krieg behandelbar?

Ja. Erfahrungen von Krieg, Flucht, Haft oder dem Verlust der Heimat können sehr schwer wiegen, und Therapie kann helfen. Eine persischsprachige Therapeut:in versteht oft auch den kulturellen Hintergrund besser.

Was tue ich, wenn ich in Gefahr bin?

Wenn Sie nicht sicher sind oder an Selbstverletzung denken, wenden Sie sich jetzt an den örtlichen Notruf, die Polizei oder eine Krisenhotline in Ihrem Land. Ihre Sicherheit geht allem anderen vor.

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Einschätzung. Wenn Sie in akuter Gefahr sind oder daran denken, sich etwas anzutun, wenden Sie sich an den örtlichen Notruf. Sofortige Hilfe